Schicht für Schicht, Schritt für Schritt – mir nahe sein.

Einige wesentliche Stationen auf meiner Reise:

Rückblickend erkenne ich:
Mein Zusammenbruch, lange nachdem ich mit Therapie während meiner Suchterkrankung begonnen hatte, war nicht nur ein Ende, sondern der Anfang meines Weges zurück zu mir selbst.
Ich entschied mich in dem Moment für das Leben und seitdem schätze ich jeden Tag meines Lebens aufs Neue.

Es war ein schmerzhafter, aber wesentlicher Weg.
Ein tiefes inneres Wissen,
ein starker Wille, gesund zu werden,

die Bereitschaft,
der Ursache meiner Symptome auf den Grund zu gehen;
das – „was heilt mich wirklich“, zu ergründen.

Menschen, die an mich glaubten,
Annehmen lernen von Hilfe,
die innige Verbindung zur Natur
und eine wachsende Erkenntnis,
dass es eine Kraft gibt, die stärker ist als ich,
wurden dabei zu stillen Kräften,
die mich trugen.

Die ersten Schritte

Vor über 30 Jahren begann ich, therapeutische Wege zu gehen.
Durch Farbe, Tanztherapie und systemische Arbeit fand ich langsam zurück in meinen Körper und zu dem, was in mir gesehen werden wollte.

Am Anfang standen Scham, Verstecken und große innere Not.
Essstörung, Panik und später Alkoholmissbrauch bestimmten mein Leben stärker, als ich es damals wahrhaben wollte.

Ich wollte aufhören — und konnte es doch nicht.
Erst als ich verstand, dass es nicht um mangelnden Willen, sondern um Sucht und Schmerz ging, begann sich etwas zu lösen.

Eine Therapeutin sah mich, ohne mich abzuwerten.
Sie erkannte mein Potenzial, lange bevor ich selbst wieder Zugang dazu hatte.

Heilung lernen

In dieser Arbeit begegnete ich meinem inneren Kind: jenem verletzten Anteil in mir, der gesehen, gehalten und nicht länger übergangen werden wollte.

Über Körperarbeit, Tanz und Malen lernte ich, Gefühle wieder zuzulassen. Selbstliebe war zunächst nur ein Wort — nach und nach wurde sie eine Erfahrung.

In systemischer Arbeit begann ich, zu verstehen, dass ich Leiden aus meiner Ursprungsfamilie (besonders begründet auch in der Kriegszeit), vor allem aus der Frauenlinie weitertrug und weiterlebte.
Eine Motivation gesund zu werden war, diese Dynamiken zu unterbrechen und sie nicht weiter an meine Kinder weiterzugeben. So gut ich eben konnte.

Heilung ohne Drama

Ich verstand, dass Heilung nicht im Drama geschehen muss. Ausdruck durfte tief sein — und zugleich achtsam, reguliert und sicher.

Der Wendepunkt

Schließlich führte mich mein Zusammenbruch in eine private Suchtklinik. Was ich lange abgewehrt hatte, wurde zu einem geschützten Raum, in dem ich weiter heilen durfte.

Sechs Wochen lang stärkten mich auch meine schon frei gelegten Kompetenzen :
Natur, Malen, Tanz und Bewegung.
Meine eigenen Heilungskompetenzen wurden dort nicht belächelt, sondern unterstützt und von kompetenten errfahrenen Therapeuten gestärkt.

Zurück ins Leben

Zurück zu Hause begann die eigentliche Prüfung:
Was stärkt mich wirklich?
Wo brauche ich Grenzen?
Wo setze ich Grenzen?
Welche alten Muster dürfen gehen?
Wie gehe ich mit meiner hohen Sensitivität und Wahrnehmungsfähigkeit um?
Schätzen lernen meines Selbstwertes (was nach einer Suchterkrankung manchmal herausfordernd ist),
Vergebung, ohne in Schuld zu versinken.
Ein für mich wesentliches Werkzeug um Toleranz, Selbstliebe und Mitgefühl zu erlernen und zu praktizieren.
Nicht missverstanden als Egoismus,
nein … zu meinem Wohl, zum Wohle aller,
weil ich jetzt aus meiner inneren Stärke heraus aggieren kann
und nicht aus der Rolle des bedürftigen und bemitleidenswerten Opfers.

Ich hatte keinen Rückfall. Stattdessen begegnete ich alten Verletzungen bewusster und löste Schritt für Schritt, was nicht mehr zu mir gehörte.

Meine Familie war auf diesem Weg Spiegel, Herausforderung und Lehrmeister,
rückblickend auch ein sicherer Ort für mich, auch wenn ich es lange Zeit nicht so sehen konnte.
Nicht immer leicht — aber wesentlich für mein Wachstum. Dafür bin ich dankbar.

Wie immer wieder betont, sind das meine persönlichen Erfahrungen.
Wir Menschen sind Individuen und haben auch individuelle Bedürfnisse
auch hinsichtlich unserer Heilungsgeschichte.

Berührt Dich der eine oder andere Aspekt, schau gerne genauer hin.
Ich stehe gerne für konstruktiven Austausch zur Verfügung.

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