Energetisches Zeichnen: Wie aus Verneblung Klarheit wurde
Dieses Bild zeigt mehr als Formen und Farben.
Es macht innere Zustände sichtbar, für die jetzt auch Worte entstanden sind.
Während des energetischen Zeichnen wurde für mich ein Thema deutlich, das mich über viele Jahre begleitet hat: Verneblung.
Gemeint ist damit nicht nur Unklarheit im Außen, sondern auch das tiefe innere Erleben von widersprüchlichen Signalen, doppelten Botschaften und emotionalem Chaos.
In diesem Artikel teile ich, was meine Zeichnung in mir ausgelöst hat, wie sie mit meiner Lebensgeschichte verbunden ist und warum Klarheit heute zu einer meiner wichtigsten inneren Ressourcen geworden ist.
Wenn Verneblung zum Lebensthema wird
Schon lange begegnen mir in meinem Leben Situationen, in denen Unklarheit und Verneblung spürbar werden. Widersprüchliche Signale oder doppelte Botschaften lösen in mir bis heute Verwirrung aus. Diese Reaktionen sind für mich nicht zufällig. Ich erlebe mich als feinfühligen Menschen – und ich glaube, dass diese Feinfühligkeit, sowohl Teil meines Wesens ist, als auch mit meinen frühen Erfahrungen zusammenhängt.
Wenn ich zurückblicke, war auch meine Sucht vollkommene Vernebelung;
jetzt sehe ich klar.
Innere Arbeit als Weg zurück zu mir selbst
Meine therapeutisch begleitete Aufarbeitungszeit hat mir den Zugang zu zwei wichtigen inneren Anteilen eröffnet: meinem inneren Kind und meiner inneren Erwachsenen, daraus entwickelt ein heutiges Leben als erwachsene Frau, die ihr Leben, ihre Lebensaufgabe eigenverantwortlich und selbstfürsorglich in Besitz genommen hat.
Diese Form der Selbstbegegnung war für mich ein heilsamer Wendepunkt.
Ich begann zu verstehen, dass Heilung nicht darin besteht, die Vergangenheit ungeschehen zu machen, sondern darin,
mir heute das zu geben,
was mir früher gefehlt hat:
Schutz, Orientierung, emotionale, seelische und körperliche Fürsorge, Bindung, Spiel, Kreativität und Klarheit.
Innere Kindarbeit begleitet mich bis heute.
Nicht, weil ich in der Vergangenheit festhänge, sondern weil ich erlebt habe, wie viel Kraft darin liegt, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Als erwachsene Frau kann ich heute Verantwortung für mich übernehmen.
Ich kann mich abgrenzen,
was mir nicht gut tut ablehnen und mich mit dem nähren, was mir gut tut,
mir Sicherheit geben und meinem inneren Kind das Gefühl vermitteln,
nicht mehr allein zu sein.
Während des Zeichnens entstehen auf dem Papier mehrere Kreise:
lim linken Kreis der Impuls Embrio und inneres Kind,
rechts ein Kreis und ein einziges Wort auf: Klarheit.
Dieser Moment hat mich tief berührt.
Denn genau das ist es, was aus meinen unsicheren und vernebelten Erfahrungen gewachsen ist – nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt.
Klarheit ist für mich heute keine abstrakte Idee mehr, sondern eine gelebte innere Haltung.
Ich nehme diese Klarheit nicht nur gedanklich als Wort auf , sondern empfinde sie auch körperlich. Während des Zeichnens richtete sich meine Wirbelsäule auf.
An die Stelle des Gefühles des unsicheren, kleinen Kindes trat ein Gefühl innerer Aufrichtung.
Wenn ich heute getriggert werde, hilft mir genau dieses innere Wissen: Ich kann innehalten, bewusst atmen, mich aufrichten und zu mir zurückfinden. Ich muss im emotionalen Nebel nicht verloren gehen. Ich kann mich selbst stabilisieren undnehme meine Erwachsenenposition wahr.
Vergebung, Selbstverbundenheit und ein neuer innerer Boden
In meiner inneren Arbeit begegne ich immer wieder dem verletzten Kind in mir – nicht mit Härte, sondern mit Liebe, Fürsorge und Geduld.
Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg war auch die Vergebung mir selbst gegenüber:
die Anerkennung, dass auch ich mich zeitweise von meinen Gefühlen und Bedürfnissen abgeschnitten hatte, weil ich es nicht anders konnte. Ich hörte, mich selbst zu verurteilen und zu kritisieren.
Mit dieser Vergebung beginnt löst sich die Vergangenheit nicht auf, aber sie verliert Stück für Stück an Macht.
Heute erlebe ich mich als innerlich stabil, klar und verbunden. Ich habe Werkzeuge entwickelt, die mir helfen, mich emotional zu regulieren und in Beziehung mit mir selbst zu bleiben.
Was früher von Verwirrung, Schutzlosigkeit und innerer Trennung geprägt war, hat sich gewandelt.
Mein inneres Kind und meine innere Erwachsene tragen beide dasselbe tiefe Bedürfnis in sich: Klarheit. Und darin liegt für mich heute eine stille, kraftvolle Form von Heilung.